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Drei Stufen bei der Praxis des Sun Taijiquan
Die Beschreibung der folgenden drei Stufen, die man bei der Ausübung des Taijiquan durchläuft hat Sun Lutang von Meister Hao Weizhen übernommen. Sie wurden oft von ihm erwähnt:
- Am Anfang des Trainings fühlt man sich, als ob man am Grund des Ozeans schreitet. Die Bewegungen fühlen sich schwer an, als ob der ganze Druck des Wassers auf dem Körper lastet.
- Im zweiten Stadium hat man das Gefühl, daß die Füße den Boden nicht mehr berühren, während der Körper immer noch im Wasser schwimmt. Die Bewegungen werden natürlicher.
- Im dritten Stadium ist der Körper insgesamt leicht und beweglich geworden, so als ob man auf dem Wasser gehen würde. Nun ist die Ausführung der Bewegung vollendet.
Sun Cun Zhou Anekdoten – Sanshou Training
Einmal wollten Sun Lutangs Sohn Sun Cunzhou und seine Mitschüler sich in Sanshou austauschen.
Cunzhou läßt seine beiden Mitstreiter gleichzeitig angreifen. Das Ergebnis war, er hielt einen am Nacken fest und den anderen pickte er wie eine Schlange. Beide fielen zu Boden. Sie standen wieder auf auf und attackierten nochmals. Cunzhou benutzte “Tan” (strecken) und “yeliangzhang” so dass beide wieder zu Boden fielen und sich dabei verletzten. Seitdem beschloss Cunzhou seine wahren Skills nicht leichtsinnig anzuwenden, wenn er sich mit anderen austauscht.
Der Peitscheneffekt – Übung und Anwendung im Taijiquan
Der Peitscheneffekt – Übung und Anwendung im Taijiquan
Aus Wuhun – Die Seele der Kampfkunst
Wang Rongze, Wang Xiaoyuan, übersetzt von Stefan Gätzner
Der Begriff „Peitscheneffekt“ bezieht sich darauf, dass innerhalb eines Bewegungsablaufs in einem Abschnitt plötzlich eine Bremswirkung eintritt und dies dazu führt, dass die Geschwindigkeit der Bewegung im Endabschnitt deutlich zunimmt. Der Bewegungsablauf eines Speerwurfs stellt ein Beispiel für einen Peitscheneffekt dar. Bevor er den Speer wirft, nimmt der Athlet mit Höchstgeschwindigkeit Anlauf. In dem Augenblick, da der Speer die Hand verlässt, bremst der Körper plötzlich bis zum Stehen ab. Der Speer löst sich vom Körper und beginnt seine Flugbahn. In diesem Augenblick des Wurfes liegt die Geschwindigkeit des Körpers nahe null. Die Geschwindigkeit des Speeres jedoch liegt noch höher als die Gesamtgeschwindigkeit, die das Schulter- Ellbogen- und Handgelenk zusammen erzeugen können. Die Gründe, warum eine so hohe Geschwindigkeit erreicht werden kann, werden in Lehrbüchern zu Motorik und Biomechanik eindeutig erklärt. Die Darlegung dieser Theorien im Einzelnen soll aber nicht Aufgabe dieses Artikels Diesen Beitrag weiterlesen »
Sun Cun Zhou Anekdoten – Die Augenverletzung
Sun Cunzhou (1893-1963) war der zweite Sohn des berühmte Meisters der inneren Kampfkünste Sun Lu Tang (1861-1933).
Sun Cunzhou´s Tochter Sun Shurong (1918 – 2005) hat ihhrem Vater zu Ehren ein Buch geschrieben. Wir werden hier aus diesem raren Buch, welches nur in China veröffentlicht wurde, hin und wieder Anekdoten aus Sun Cun Zhou´s Leben veröffentlichen.
Wir fangen mit dieser Anekdoten an, da sich es viele, teils wilde Gerüchte um den Ursprung der Augenverletzung gibt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Der weiche Schlag und seine Wirkung – Eine Annäherung
In den inneren Kampfkünsten gibt es einige Schlagtechniken die für ihre hohe Wirkung bekannt sind.
Einige dieser Techniken erzielen die Wirkung durch die äussere Technik, wie zum Beispiel Schläge die den Peitscheneffekt nutzen und es gibt Schläge wie den hier beschriebenen Schläge, bei dem die Wirkung durch eine spezielle Körpersteuerung zustande kommt.
In diesem Artikel möchte ich versuchen zwei mögliche Parameter der so genannten weichen, relativ langsamen Schläge zu beschreiben und die damit verbundene, überraschend hohe Wirkung zu erklären.
Es gibt noch einige weitere Methoden die einzeln oder in Kombination mit dieser Methode funktionieren und vielleicht in einem späteren Artikel besprochen werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
Sun Lutang (1860-1933)
Sun Lutang (1860-1933) – (aus Wuhun – Die Seele der Kampfkunst)
Von Tong Xudong, übersetzt von Stefan Gätzner
Sun Lutang hob auf der Grundlage von Forschungen und Erfahrungen seiner Vorgänger durch seine eigene einzigartige Forschungs- und Praxisarbeit die Qualität der Kampfkunstlehre insgesamt auf ein neues Niveau. Er gründete ein System der Kampfkunstlehre, das sich durch eine Verbindung der Kampfkunst mit dem Daoismus auszeichnet. Und er gestaltete diese daoistische Lehre der Kampfkunst, die durch das gleichzeitige Vorhandensein einer theoretischen Struktur und praktischer Anwendbarkeit gekennzeichnet ist und auf die Vervollkommnung des jedem Menschen angeborenen moralischen Bewusstseins abzielt.
Die daoistische Kampfkunstlehre von Sun Lutang stellt nicht nur eine vollständige Zusammenfassung, Verfeinerung und Niveausteigerung der wissenschaftlichen Leistungen von Dong Haichuan, Li Nengran, Yang Luchan, Wu Yuxiang und ihrer Nachfolger dar, sondern ihr Forschungsgebiet und Bezugsrahmen umfasst auch mehrere Dutzend Kampfkunstarten, hunderte von Schulen mit und ohne Waffen sowie konfuzianische, buddhistische und daoistische Lehren. Erstmals in der Geschichte kam es dazu, dass Kampfmethoden von einer bloßen Fertigkeit, im Kampf zu Diesen Beitrag weiterlesen »
Sun Cunzhou (1893-1963)
Sun Cunzhou (1893-1963) – (aus Wuhun – Die Seele der Kampfkunst)
Von Tong Xudong, übersetzt von Stefan Gätzner
Die Bedeutung des Beitrags von Sun Cunzhou [dem zweiten Sohn von Sun Lutang, siehe Teil 1, Wuhun Nr. 212] zur Kampfkunstlehre zeigt sich darin, dass er auf seiner hohen Bildung, seinem herausragendem Wissen und seinen profunden Kenntnissen im Bereich der Kampfkunstlehre sowie seinen umfangreichen praktischen Aktivitäten aufbauend sich in einer Phase des Zeitenwandels und des Konflikts der Kulturen auch an moderner wissenschaftlicher Forschung und modernen Unterrichtsmethoden orientierte und so den damaligen Zeitgeist in das daoistische System der Kampfkunstlehre einfließen lies. Dabei hielt er gleichzeitig an dem Gedanken der Einheit von Kampfkunst und Daoismus und damit an der Quintessenz des daoistischen Systems der Kampfkunstlehre fest. In Bezug auf die Lösung des Problems, wie man das daoistische System der Kampfkunstlehre, das auf der traditionellen chinesischen Philosophie aufbaut, mit moderner Wissenschaft verknüpft, hat er grundlegende Arbeit geleitstet. Seine Leistung zeigt sich in den folgenden drei Bereichen: Diesen Beitrag weiterlesen »
Ein kleine Einführung in das Üben der Form des Sun Taijiquan
Ein kleine Einführung in das Üben der Form des Sun Taijiquan – Eine Zusammenstellung
Sun Jian Yun (1913-2003) zur Praxis des Sun Taijiquan
Die wesentlichen Eigenschaften des Sun Taijiquan sind: Das Vorrücken kommt sofort nach dem Zurückweichen. Das Vorrücken muß einen Folgenschritt beinhalten und das Zurückweichen muß eine rückwärts orientierte Bewegung (in den Füssen) beinhalten. Alle Bewegungen sind entspannt, leicht, rund und voll. Die Bewegungen folgen den Naturgesetzen. Während des Übens soll man in den Füßen jederzeit zwischen Fülle und Leere unterscheiden (Anmerkung des Übersetzers: Das Gewicht ist im Idealfall immer nur auf einem Bein). Von Anfang bis Ende, müssen die Bewegungen der Form wie fließendes Wasser oder Wolken sein, die am Himmel schweben, kontinuierlich und ohne jede Unterbrechung. Bei jeder Wendung des Körpers in der Form, gibt es ein “Öffnen” und ein “Schließen”. Deshalb wird das Sun Taijiquan häufig auch Öffnen/Schließen Taijiquan genannt (Kai He Huo Bu Taijiquan). Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Namen der Sun Taijiquan Form- Bewegungen
Die Namen der Bewegungen wurden nach dem offiziellen Hanyu Pinyin System übersetzt.
- wu ji (wuji)
- tai ji (taiji)
- lan fu zha yi (lazily tie the coat)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- ti shou shang shi (raise hands)
- bai he liang chi (white crane spreads its wings)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- lou xi ao bu (brush the knee and step)
- shou hui pi pa shi (strum the lute)
- jin bu ban lan chui (advance with deflect, parry and punch)
- ru feng si bi (close)
- bao hu tui shan (embrace the tiger and push the mountain)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- lou xi ao bu (brush the knee and step)
- shou hui pi pa (strum the lute)
- lan zha yi (lazily tie the coat)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- zhou xia kan chui (fist under the elbow)
- dao nian hou zuo shi (repulse the monkey, left)
- dao nian hou you shi (repulse the monkey, right)
- shou hui pi pa shi (strumming the lute)
- bai he liang chi (white crane spreads its wings)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- lou ao (brush the knee and step)
- shou hui pi pa shi (strum the lute)
- san tong bei (three connections through the back)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- yun shou (cloud hands)
- gao tan ma (pat the horse)
- you qi jiao (raise the leg, right)
- zuo qi jiao (raise the leg, left)
- zhuan shen ti jiao (turn the body and kick)
- qian bu da chui (advance and hammer down)
- fan shen er qi (reverse the body and double rising attack)
- pi shen fu hu (attack the tiger)
- zuo ti jiao (left kick)
- you ti jiao (right kick)
- shang bu ban lan chui (advance with deflect, parry and punch)
- ru feng si bi (close)
- bao hu tui shan (embrace the tiger and push the mountain)
- you zhuan kai shou (open hands)
- you zhuan he shou (close hands)
- lou xi ao bu (brush the knee and step)
- shou hui pi pa (strum the lute)
- lan zha yi (lazily tie the coat)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- xie dan bian (diagonal single whip)
- ye ma fen zong (part the wild horse’s mane)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- you bei zhang (right palm stance)
- yu nu chuan suo (fair lady shuttles)
- shou hui pi pa shi (strum the lute)
- lan zha yi (lazily tie the coat)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- yun shou (cloud hands)
- yun shou xia shi (cloud hands follow-up)
- geng ji du li (chicken stands on one leg)
- dao nian hou (repulse the monkey)
- shou hui pi pa (strum the lute)
- bai he liang chi (white crane spreads its wings)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- lou xi ao bu (brush the knee and step)
- shou hui pi pa shi (strum the lute)
- san tong bei (three connections through the back)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- yun shou (cloud hands)
- gao tan ma (pat the horse)
- shi zi bai lian (crossed lotus kick)
- jin bu zhi dang chui (advance and punch)
- tui bu lan zha yi (retreat and lazily tie the coat)
- kai shou (open hands)
- he shou (close hands)
- dan bian (single whip)
- dan bian xia shi (single whip follow-up)
- shang bu qi xing (advance and seven stars stance)
- xia bu kua hu (step back and ride the tiger)
- zhuan jiao bai lian (spinning lotus kick)
- wan gong she hu (pull the bow and shoot the tiger)
- shuang chui (double punch)
- yin yang hun yi (merge the yin and yang)
- wu ji huan yuan (return to wuji)
Der Ablauf der Bewegungen stammt aus Meisterin Sun Shurongs Buch und wurde von Eric Lee in die englische Sprache übersetzt.
Drei Stufen bei der Praxis des Sun Taijiquan
Die Beschreibung der folgenden drei Stufen, die man bei der Ausübung des Taijiquan durchläuft hat Sun Lutang von Meister Hao Weizhen übernommen. Sie wurden oft von ihm erwähnt:
1. Am Anfang des Trainings fühlt man sich, als ob man am Grund des Ozeans schreitet. Die Bewegungen fühlen sich schwer an, als ob der ganze Druck des Wassers auf dem Körper lastet.
2. Im zweiten Stadium hat man das Gefühl, daß die Füße den Boden nicht mehr berühren, während der Körper immer noch im Wasser schwimmt. Die Bewegungen werden natürlicher.
3. Im dritten Stadium ist der Körper insgesamt leicht und beweglich geworden, so als ob man auf dem Wasser gehen würde. Nun ist die Ausführung der Bewegung vollendet.

