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Sun Jianyun
Meisterin Sun Jianyun (1913-2003) wurde in Wangdou, in der Hebei Provinz als viertes Kind von Meister Sun Lutang geboren. Sie war Presidentin der “Beijing Sun Style Taijiquan Academy”. Sie hat schon früh von ihrem Vater den Sun Familienstil gelernt und soll schon im Alter von 14 Jahren ihrem Vater beim Unterricht assistiert haben. Sie begann 1934 ein Kunststudium und spezialisierte sich auf Portraits und Landschaftsmalerei. Sie hat sich sehr für die Verbreitung des Sun Stiles in der Öffentlichkeit eingesetzt. Sie starb am 2. Oktober 2003 in Beijing.
Meister Sun Lutang
Meister Sun Lutang wurde 1861 unter dem Namen Sun Fuquan als Sohn eines armen Bauern in Dingxian, in der Hebei Provinz geboren. Weil er an Selbsverteidigung interessiert war, lernte er als erste Kampfkunst von einem Lehrer mit Namen Wu das Shaolin Hung Boxen, einen äusseren Kampfstil. Vom gleichen Lehrer soll er auch Light Body Methoden (Qing Gong) erlernt haben.
1882 bekam er von Meister Li Kuiyuan seinen ersten Unterricht in einer inneren Kampfkunst, dem Xing Yi (Hsing-i Chuan). Nachdem Sun Lutang alles von Li Kuiyuan gelernt hatte, empfahl ihn Li Kuiyuan an seinen eigenen Lehrer Kuo Yunshen (1827-1903) weiter, wo er seine Xing Yi Ausbildung vervollständigte.
Es gibt eine Geschichte, die erzählt, dass Sun Lutang nach dem sehr anstrengenden Training spät in der Nacht ein Räucherstäbchen anzündete und sich das Ende an der Hand befestigte. Wenn die Glut seine Hand erreichte soll er aufgestanden sein um sein morgentliches Training zu beginnen.
Ab 1891 erlernte er von Meister Cheng Ting Hua, der ihm 1894 den Namen Sun Lutang gab und von Li Yuanzhong, beides Schüler von Dong Haichuan drei Jahre lang die innere Kampfkunst Baguazhang (Pa Kua Chang).
Bei einem Besuch in Beijing lerne er durch einen Zufall den berühmten Taijiquan Meister Hao Weizhen (1849-1920) kennen, der zu der Zeit schwer erkrankt war. Sun Lutang nahm in mit nach Hause rief einen Arzt und kümmerte sich intensiv um ihn. 1911 lernte er im Alter von circa 50 Jahren von Hao Weizhen den Wu Yuxiang Stil (auch als Hao Taijiquan bekannt) des Taijiquan.
Durch den Umstand, daß er schon ein Meister in den beiden anderen inneren Stilen Xing Yi und Baguazhang war, gelang es ihm ungewöhnlich schnell die Meisterschaft im Taijiquan zu erlangen. Durch seine Arbeit an der Fakultät des Beijing Physical Education Research Institute wurde er natürlich auch von den dort unterichtenden Taijiquan Meistern Yang Shao-hou, Yang Ch’eng-fu and Wu Chien-ch’üan beeinflußt. 1914 im Alter von 52 Jahren begann Sun Lutang seinen eigenen Taiji Stil auf den Grundlagen der von ihm erlernten Stile, insbesondere des Hao Taijiquan zu entwickeln. Sun Lutang betrachtete das Sun Taijiquan als die Krönung seiner lebenslangen Arbeit. Seine Kampfkunstlehre zeichnet sich durch die Verbindung von Kampfkunst und Daoismus aus.
Obwohl Sun Lutang ein hervorragender Kämpfer gewesen sein soll, stand bei ihm in der Taijiquan Praxis die Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund.
In all diesen Jahren bildete sich Sun Lutang, der in seiner Jugend nur ein Jahr zur Schule ging auch akademisch weiter, weil er der Ansicht war, man wäre mit rein physischer Ausbildung nur ein halber Mann. Auch der Kalligrafie galt sein Interesse. Er sagte dazu einmal: “Ich bewege den Pinsel wie eine Klinge und die Klinge wie einen Pinsel”.
Sun Lutang bekam während seines Lebens einige Spitznamen wie zum Beispiel “Erste Hand unter dem Himmel” und “Intelligenter als ein aktiver Affe” verliehen.
Wenn Sun Lutang gefragt wurde, was das Geheimnis der “inneren” Kampfkünste sei, soll er geantwortet haben: “Harte Arbeit”.
Moral
Sun Lutang war für seine hohen moralischen Ansprüche und seine Großzügigkeit weithin bekannt. Als eine schwere Dürre sein Heimatland 1922 traf, reiste er mit allen seinen Ersparnissen nach Hause und half den Bedürftigen. Im nachfolgenden Frühling rief er alle seine Schuldner zusammen und verbrannte alle Rechnungen in ihrer Anwesenheit.
Sun Lutang sagt zu seinen Schülern: “Ein wahrer Kampfkunst Meister hat eine rechtschaffene Zunge und rechtschaffene Hände”.
Familie
Im Jahre 1891 heiratete Sun Lutang Zhang Zhouxian, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte.
- Erster Sohn: Sun Xingyi (1891-1929)
- Zweiter Sohn: Sun Cunzhou (1893-1963)
- Dritter Sohn: Sun Huanmin (1897-1922)
- Tochter: Sun Jianyun (1913-2003)
Sun Lutangs Tod
Sun Lutang soll anhand des Buches Yi Jing (I Ging – Das Buch der Wandlungen) seinen Todestag exakt vorhergesagt haben. Im November 1933 erklärte er, daß er im Dezember sterben würde. Niemand nahm ihn ernst. Seine Vorhersage traf exakt zu. Er starb am 16. Dezember 1933 im Alter von 72 Jahren im selben Raum in dem er geboren wurde.
Nach seinem Tod wurde der Sun Stil von seinem Sohn Sun Cunzhou (1893-1963), dessen Tochter Sun Shurong (1918-2005) und Sun Lutangs Tochter Sun Jianyun (1913-2003) weiter gepflegt.
Bibliografie
Durch seine schriftstellerische Arbeit wurde der Begriff Neijia Quan als Oberbegriff für die sogenannten inneren Kampfkünste polularisiert.
1915 The Study of Form-Mind Boxing.
1916 The Study of Ba Gua Boxing.
1921 The Study of Tai Ji Quan.
1924 The True Essence of Boxing.
1927 The Study of Ba Gua Sword.
1929 begann er mit der Arbeit zu The Study of the Xing Yi Spear. Leider wurde dieses Buch nie veröffentlicht.
Meister Sun Cunzhou
Meister Sun Cunzhou, geboren 1893 war der zweite Sohn von Meister Sun Lutang und begann im frühen Alter von 6 Jahren mit seinem Vater zu trainieren.
Er verfügte über ein großes Talent und nahm schon im Alter von 17 Jahren viele Herausforderungen an, in denen er stets erfolgreich war. Im Alter von circa 19 Jahren ging er auf Reisen um sich in den Kampfkünsten weiterzubilden.
Im Jahre 1924 verlor er bei einem Unfall sein linkes Auge, was ihn anspornte noch härter an seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Er verbrachte sein ganzes Leben damit seine Fertigkeiten in der Kampfkunst zu perfektionieren. Er war immer bemüht von jedem Stil zu lernen. Wenn er eine bestimmte Fähigkeit die jemand anderer demonstrierte sah, konnte er sich diese Fähigkeit schnell zu eigen machen.
Er bediente sich bei seinem Training auch der wissenschaftlichen Forschung und moderner Trainingsmethoden. Wie sein Vater propagierte er die Einheit von Kampfkunst und Daoismus.
In the 1930er Jahren soll Wu Yihui, ein großer Meister des Liu He Ba Fa gesagt haben: “Ich glaube Sun ist unbesiegbar, niemand kann ihn schlagen”.
Wegen ungünstiger Umstände, hörte er 1949 mit dem offiziellen unterrichten auf. In seinem weiteren Leben soll er nur noch zwei weitere Schüler angenommen haben.
Meister Sun Cunzhou verstarb im Jahre 1963.
Meisterin Sun Shurong
Meisterin Sun Shurong wurde 1918 als zweite Tochter von Meister Sun Cunzhou und Enkelin des Sun Taijiquan Gründers Sun Lutang in Beijing, China geboren.
Schon in ihrer frühen Kindheit lernte Sie von ihrem Vater Sun Cunzhou, dem sie auch im Unterricht assistierte sowie von ihrem Großvater Sun Lutang das Sun Taijiquan und das Xing Yi der Sun Familie.
Später erlernte Sie auch das Sun Baguazhang und die Waffenformen der Sun Familie.
Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1963 begann Sie den Sun Familienstil formal zu unterrichten.
Ihr Schwerpunkt beim Unterricht lag bei den gesundheitlichen und charakterbildenen Aspekten der Kampfkunst der Sun Familie. Schüler die ausschließlich kämpfen lernen wollten, lehnte sie stets ab.
Meisterin Sun Shurong verstarb am 22 Mai 2005 in Beijing im Alter von 86 Jahren.
In ihren letzten Lebenstagen sprach sie oft davon, daß es ihr Traum und ihre Hoffnung wäre, daß sich die Kampfkunst der Sun Familie in China und der restlichen Welt weiter verbreitet.




